Konzept

Bei der Suche nach innovativen, zeitgemäßen und jugendgerechten Beteiligungsformen sind wir im Sommer 2014 auf die von den beiden Kommunalberatern Erik Flügge und Udo Wenzl veröffentlichte Idee des 8er-Rats aufmerksam geworden, die wir mit Jugendlichen während der 2. SchülerInnen-Tagung „.komm“ im November 2014 erstmals diskutiert haben. Dieses Projekt erscheint uns in vielerlei Hinsicht sehr erfolgversprechend, so dass wir es seit dem Schuljahr 2015/16 mit drei Schulen als Partnern und über mehrere Jahre hinweg modellhaft erproben.

Die baden-württembergischen Bildungspläne sehen für die 8. Klassen aller Schularten Themen wie „Demokratie in der Gemeinde“, „Mitbestimmung und Mitwirkung im Gemeinwesen“, „Demokratische Möglichkeiten der Einflussnahme“ und „Soziales Engagement“ vor. In den 8. Klassen finden keine Schul-Abschlussprüfungen statt.

Vor diesem Hintergrund bilden Schülerinnen und Schüler aus 8. Klassen einer Kommune für ein Jahr den 8er-Rat. Er bietet ihnen die Möglichkeit, eigene – kommunalpolitisch relevante – Beteiligungsprojekte zu entwickeln und diese in einem zeitlich überschaubaren Rahmen gemeinsam mit Partnern aus Politik und Verwaltung praktisch umzusetzen. Das Modell sieht aktive Beteiligung vor anstelle von Delegation: Mädchen und Jungen können ihre eigenen Interessen unmittelbar und vor dem Hintergrund ihrer jeweiligen Lebensumstände ausdrücken. Die Mitarbeit im 8er-Rat vermittelt damit allen Beteiligten positive Erfahrungen und sorgt zudem von Schuljahr zu Schuljahr für Kontinuität im schnellen Wechsel der Jugend-Generationen.

In einem dreijährigen Modell-Versuch werden wir mit den Schülerinnen und Schülern sowie den Fachlehrerinnen je einer 8. Klasse der Hebelschule, der Wentzinger Realschule und des Kepler-Gymnasiums zusammenarbeiten. Gemeinsam mit externen Experten wollen wir in diesem Zeitraum standardisierte Verfahren für die Kommunikation zwischen 8er-Rat und kommunaler Politik und Verwaltung entwickeln. In diesem Kommunikations-Prozess vertreten nicht nur die Jugendlichen ihre Ideen und Projekte; sie sind zugleich politische Ansprechpartner für VertreterInnen aus Politik und Verwaltung bei der Umsetzung von jugendrelevanten Planungsprozessen.

Der zeitliche Rahmen eines Schuljahres im 8er-Rat sieht vier Einheiten vor: die Qualifizierung der SchülerInnen und ihre Heranführung an das Projekt im Fachunterricht der jeweiligen Schule (Ideenbörse mit Themenvorschlägen) sowie hierauf folgende schulübergreifende Konferenzen. Auf diesen Konferenzen werden Themenvorschläge diskutiert, Schwerpunkte festgelegt und in schulübergreifenden AGs bearbeitet. Ergebnisse werden im Kontakt zu Gemeinderäten und entsprechenden Stellen der Verwaltung (etwa dem Stadtplanungsamt) in die kommunale Politik eingebracht. Die abschließende Konferenz beinhaltet anschauliche Präsentationen, ein ausführliches Feedback und dient dem Übergeben der Projekte an PatInnen aus der Politik und Verwaltung.

Das Projekt wird unterstützt vom Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS), der Jugendstiftung Baden-Württemberg und dem Innovationsfonds der Bildungsregion Freiburg. Vielen Dank dafür!

Der 8er-Rat 2015&2016 bei der Abschlusskonferenz im Juni 2016

Der 8er-Rat ist ein Projekt des Partizipations Mix des Jugendbüro im Jugendbildungswerk. Infos zum Konzept finden Sie hier

Rückblick zum 8er-Rat 2015/2016 findet man in der Dokumentation für die SchülerInnen